Der Japanische Staudenknöterich ist ein invasiver Neophyt, also eine nicht heimische Pflanze, die sich in Mitteleuropa rasant ausbreitet. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet liegt in Ostasien. Die Art wurde Anfang des vorletzten Jahrhunderts als Zier- und Viehfutterpflanze nach Europa eingeschleppt. Es handelt sich um ein sehr schnell wucherndes bis zu 4 m hohes Gewächs, welches dichte Bestände bildet. Der Japanische Staudenknöterich verdrängt heimische Pflanzenarten, verändert die Nährstoffverhältnisse der oberen Bodenschichten und die dort lebenden Tiergemeinschaften, sodass die heimische Lebensgemeinschaft geschädigt wird. Außerdem können die dicken Wurzeln dicke Betonfundamente durchdringen und so Gebäude schädigen.
Auf Norderney sind außerhalb der Stadt seit Jahren mehrere Vorkommen bekannt, die von der Nationalparkverwaltung in Zusammenarbeit mit der ehrenamtlichen Nationalparkwacht bekämpft werden. Im letzten Jahr sind dem BUND auch innerhalb des Stadtgebietes Bestände des Japanischen Staudenknöterichs aufgefallen. Der Naturschutzverein hat die Stadtverwaltung von den Vorkommen in Kenntnis gesetzt, so dass ein Teil der Pflanzenbestände von den Technischen Diensten der Stadt mehrfach gemäht werden konnte. In diesem Jahr hat der BUND eine Bestandsaufnahme vorgenommen und noch weitere Vorkommen entdeckt. Die Art wurde am Birkenweg, um den Eisteich an der Hafenstraße, im Hafengebiet und im Inselwesten um den Parkplatz B sowie in Hinni‘s Tuun gefunden. Wahrscheinlich breitet sich der Neophyt auf Norderney schnell aus, so dass der BUND die Entfernung der Pflanzen als dringend notwendig erachtet. Falls keine Maßnahmen eingeleitet werden, könnten sich Verhältnisse wie auf Borkum einstellen. Dort hat sich der Japanische Knöterich über weite Teile der Insel verbreitet und großflächige Bestände ausgebildet, deren Bekämpfung aussichtlos ist. Auf Norderney kennen wir das leidvoll bereits vom Jakobsgreiskraut.
Eine Bestandslenkung hat nur Chancen auf Erfolg, wenn die Kenntnisse über das Vorkommen möglichst umfassend sind. Deshalb wird darum gebeten, dem BUND unbekannte Vorkommen zu melden (https://www.bund-norderney.de/service/kontakt). Die Bekämpfung ist ausgesprochen aufwendig. Die einzige erfolgversprechende Methode ist die regelmäßige Mahd. Es sind 6-8 Mahdgänge pro Jahr über einen Zeitraum von 5-7 Jahren notwendig, um die betreffenden Bestände zu beseitigen. Die Pflanzenreste dürfen nicht auf den Kompost oder über den Biomüll entsorgt werden, da auch kleine Pflanzenreste leicht wieder wurzeln können. Stattdessen müssen sie über den Restmüll entsorgt werden.